Origami-Papierkraniche: Basteln gegen Krieg
Meine Arbeitskollegin Sonja interessiert sich für Japan, war selbst dort und hat mir von einem sehr alten japanischen Bastelritual erzählt. 1000 selbst gebastelte Papierkraniche (Orizuru) werden auf einem Band aufgereiht und dann einem kranken Freund, Bekannten, Verwandten geschenkt, um ihn von der Krankheit zu heilen. Der Brauch hat einen traurigen Hintergrund und wird im Japan in Blog und Bild von Thorsten aka Tanuki 77 ausführlich beschrieben.
Vor 58 Jahren, am 6. August 1945, 08:15 Uhr wurde die erste Atombombe der Geschichte über Hiroshima abgeworfen und vernichtete die Stadt in Sekundenschnelle. 200.000 Menschen starben sofort, 50.000 litten an den Spätfolgen Krebs.
Der Brauch geht auf das damals 2,5 Jahre alte Mädchen Sadako Sasaki zurück, das nach dem Abwurf an Leukämie erkrankte und mit 12 Jahren daran starb. “Ihre beste Freundin erzählte ihr von einer alten japanischen Legende, nach der derjenige, der 1.000 Origami-Kraniche falte, von den Göttern einen Wunsch erfüllt bekäme. Sadako begann daraufhin, während ihres 14-monatigen Krankenhausaufenthalts Papierkraniche zu falten, um so von den Göttern ihren Wunsch nach Gesundheit erfüllt zu bekommen. Nachdem sie innerhalb von weniger als einem Monat 1.000 Kraniche fertiggestellt hatte, setzte sie ihre Arbeit in der Hoffnung auf Heilung bei 2.000 Kranichen fort. Wieviele Kraniche sie tatsächlich gefaltet hat ist unbekannt, es gibt Quellen die von mehr als 1.300 Kranichen sprechen. Aufgrund der weltweiten Verbreitung und Anteilnahme, die die Geschichte von Sadako Sasaki fand, wurden Origami-Kraniche zu einem Symbol der internationalen Friedensbewegung und des Widerstands gegen den Atomkrieg.” (Zitat: Seite „Sadako Sasaki“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 3. November 2008, 13:13 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Sadako_Sasaki&oldid=52565055 (Abgerufen: 28. November 2008, 20:44 UTC)
Mit dem Basteln und Aufreihen der Papierkraniche wird auch heute noch den Toten des Atombombenabwurfs gedacht. Überall in Hiroshima begegnet man diesem traurig-schönen Symbol. Besonders am Kinderfriedensdenkmal in der Nähe des Friedensmuseums und der Atombombenkuppel. In den Glaskästen rund um das Denkmal finden viele bunte Kraniche aus aller Welt Platz. Infos zum “Paper Cranes and the Children’s Peace Monument” gibts hier.
Eine Anleitung zum Falten der Papierkraniche und eine sehr genaue und rührende Beschreibung der traurigen Geschichte des Mädchens Sadako findet man z. B. im Webmagazin für Kinder “zzzebra”, dem Internetprojekt des Labbé Verlags mit Kinder-Bastelläden in Köln und Düsseldorf + Online-Shop.
Alles zur Origami-Kunst mit Anleitungen, Videos und Hintergründen gibt es hier. In diesem Video wird gezeigt, wie es geht.
Also: Lasst lieber Papierkraniche statt Bomben fliegen!
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Dieser Artikel wurde am 29.November 2008 von jana geschrieben.
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[...] Jana vor einiger Zeit über das japanische Ritual des Papierkraniche falten berichtet hat, wollte ich mal schauen, was man noch so alles falten [...]