Kreativitätstheorie - Zubehör selbstgemacht

Wenn man sich auf den bunten Seiten der Scrapperinnen und Stemplerinnen rumtreibt und all die vielen tollen Zutaten so ungefiltert auf einen niederprasseln, hat man das Gefühl, man müßte den nächsten Online-Shop plündern.

Doch halt, stopp. Nicht so schnell. Es geht auch anders. Da gibt es das ein oder andere, das man gut selbst machen kann. Ohne viel Aufwand.

Dazu möchte ich Euch den unglaublich schönen, inspirierenden und klugen Blog von Frau Liebe ans kreative Herz legen.
Die Hamburgerin bastelt und werkelt, was das Zeug hält. Oft verwendet und verwertet sie bereits gebrauchte Dinge. Daher kommt hier heute ihr Gastbeitrag zum Thema “Scrapbooking Zubehör selbstgemacht”.

Fantastik Plastik

Eigentlich ist Plastik ja gar nicht immer so fantastik. Im Pazifik treibt ein (Plastik-)Müllteppich in der Größe von Texas, das ist etwa 900x die Fläche von Hamburg in Müll!! Da wird selbst Oskar übel.

Nachdem wir nun ja schon alle unsere Plastiktüten bügeln und die ganze Familie mit kleinen Basteleien aus den Ergebnissen beglücken, wenden wir uns heute mal anderen Plastikverpackungen zu.

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Und um diese Verpackungen gehts - Kunststoff mit dem Recycling-Code 6. Häufig wird Essen in Schalen aus diesem Kunststoff geliefert (der Plastikdeckel auf dem Bild hat vor ein paar Tagen mein Sushi abgedeckt). Auch abgepackte Salate werden oft in Schalen aus 6er Plastik verkauft. Es lohnt sich also die Augen offen zu halten. Das Außergewöhnliche an dieser Kunststoffart ist, dass die bei Hitze auf etwa ein Drittel der Größe zusammenschrumpft, dabei aber um ein vielfaches dicker wird. Warum das so ist könnte und bestimmt Ralph Caspers erklären.

Aus diesem Kunststoff lässt sich also einiges machen. Ich habe z.B. einen kleinen Anhänger gemacht.

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Außer der Kunststoffverpackung brauchst du:

- Schere
- wasserfeste Stifte
- Backpapier
- Schleifpapier oder Nagelfeile
- evtl. Stempel und Stempelkissen. Stempeln geht nur, wenn du eine Stempelfarbe hast, die auf Kunststoff gut trocknet und nicht verwischt.

* Achte bitte unbedingt darauf, dass sich tatsächlich eine 6 auf dem Kunststoff findet. Andere Kunststoffarten verschmurgeln vielleicht im Backofen und wir wollen ja nicht dass du die nächsten Stunden benebelt durch die Wohnung torkelst.

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Als erstes schneidest du ein flaches Stück Kunststoff aus der Verpackung. Bedenke, dass es auf etwa ein Drittel zusammenschrumpft. Der Kunststoff ist etwas wiederspenstig - pass also bitte auf dass du dich nicht schneidest.

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Auf den Kunststoff zeichnest du jetzt ein Motiv deiner Wahl. Ein hübsches Muster geht natürlich auch.
Kurz trocknen lassen.

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Nun kannst du die Ecken mit der Schere ein bisschen abrunden. Es muss nicht total genau sein - du kannst nach dem Schrumpfen die Kanten noch mit einer Feile oder Schleifpapier bearbeiten.

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Mit einem Locher kannst du ein Loch in deinen Anhänger stanzen.
Dann kommt das gute Stück auf ein, mit Alufolie oder Backpapier ausgelegtes Backblech (in Ermangelung eines Backbleches musste ich eine Auflaufform nehmen - Hauptsache der Untergrund ist eben). Heiz den Backofen auf ca 140°C vor und schiebe dann deinen Anhänger in die Röhre. Wie lange das gute Stück schwitzen muss, hängt von der Größe ab. Bleib auf alle Fälle vor dem Backofen sitzen und beobachte genau, was sich drinnen tut. Der Anhänger wird sich etwas rollen und wellen - das ist ganz normal. Wenn er fertig eingeschrumpft ist, legt er sich von selber wieder flach hin. Dann kannst du ihn aus dem Ofen nehmen.

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Dies ist mein Anhänger nach ein paar Minuten im Backofen. Die Kanten sind noch nicht gefeilt, aber es lässt sich gut erkennen dass er viel kleiner & dicker geworden ist.
Außer Anhängern gibt es natürlich tausendundeine Möglichkeit, was man aus dem schnöden Plastik noch machen kann. Probiert einfach mal ein bisschen rum.

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 michaela Dieser Artikel wurde am 11.März 2009 von michaela geschrieben.
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3 Responses to “Kreativitätstheorie - Zubehör selbstgemacht”

  1. Wow, das nenne ich Wiederverwertung von Plastik! Tolle Idee, die ich unbedingt mal ausprobieren werde. Danke für deinen Gastbeitrag und in deinem Blog habe ich gerade beim Stöbern so viel entdeckt, dass ich gar nicht weiß wo ich anfangen soll… Viele Grüße

  2. Krass! Ich liebäugle schon lange mit Schrumpfplastik und habe mich bisher nicht aufgerafft. Jetzt muss ich ran. LG Gisela

  3. puh, das ist kein “Re-” sondern schlimmstes “Downcycling”, weil aus wertvollen Rohstoffen Sackgassenprodukte hergestellt werden, die irgendwann im Restmüll landen. Wären Basteleien aus natürlichen, nachwachsenden Rohstoffen nicht viel schöner? Die kann man am Ende kompostieren. Die Deckel von Sushi-Verpackungen gehören in die gelbe Tonne um - so zumindest der Gedanke - irgendwann wieder ein Sushideckel zu sein, aber nicht um einen Weihnachtsbaum zu “schmücken”.

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